Geographie

Küsten sucht man in Tschechien vergeblich. Das 78.866 km² große Land mit seinen etwa 10 Millionen Einwohnern ist ein reines Binnenland. Es grenzt an die Staaten Deutschland, Österreich, Slowakei und Polen. Wälder und Gebirge umgeben die Tschechische Republik, etwa der Oberpfälzer und der Böhmerwald sowie das Erzgebirge im Grenzgebiet zu Deutschland und das Riesengebirge an der polnischen Grenze. Zwischen Wäldern und Bergen finden sich teils fruchtbare Beckenlandschaften.

 

So wächst etwa in der alten Landschaft Böhmens Hopfen, so dass die Bierbrauerkunst beispielsweise in der Stadt Pilsen, die der Pilsner Brau-Art ihren Namen gab, von großer Bedeutung ist. Die Regionen der ehemaligen Länder Böhmen und Mähren auf tschechischem Terrain gelten zudem als bedeutende europäische Weinanbaugebiete.

 

Wasserstraßen nach Hamburg und Rotterdam

Wichtige Flüsse in Tschechien sind die Elbe, die Oder, die Moldau und die March, der Hauptfluss Mährens. Nach Auskunft der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer verfügt Tschechien insgesamt über 660 Kilometer schiffbare Wasserstraßen. Prag und Hamburg verbinden Elbe und Moldau. Weitere Schiffsverbindungen bestehen etwa nach Rotterdam, Duisburg und Magdeburg.

 

Einzige Millionenstadt in Tschechien ist Prag. Mit großem Abstand in Bezug auf Einwohnerzahlen folgen Brünn, Ostrau und Pilsen. Tschechiens Hauptstadt Prag ist ein Wirtschaftszentrum und ein Verkehrsknotenpunkt. Insgesamt betrachtet hat das Land Tschechein im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland einen deutlich niedrigeren Urbanisierungsgrad. Während in Deutschland 88,91% aller Einwohner des Landes in Städten leben, sind es in Tschechien nur knapp 75% (Quelle: Welt-in-Zahlen.de; Stand: 2007). Ähnliches zeigt sich, wenn man die Durchschnittszahlen der Einwohner pro Quadratkilometer ansieht. Tschechien kam hier (Stand: September 2008) auf 130 Einwohner/km², Deutschland dagegen zur selben Zeit auf 230.

 

Zu den in Tschechien vorhandenen Rohstoffen gehören beispielsweise Holz, Graphit, Uran, Quarzsand und Kohle. Der elektrische Strom im Land wurde 2007 zu 60% aus Kohle gewonnen. Bereits damals warnte die Sektion für Elektroenergie beim tschechischen Ministerium für Industrie und Handel allerdings davor, dass die Kohlebestände ab 2015 deutlich abnehmen könnten und möglicherweise nur noch bis 2050 oder, falls keine neuen Abbauflächen erschlossen werden, bis 2030 reichen. Da bleibt nicht mehr ganz so viel Zeit übrig, um die Energieversorgung des Landes umzustellen.

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