Steuern

Manch einer bezeichnet den Aufwand an Bürokratie, wenn es um Steuern in Tschechien geht, als „geradezu lähmend". Man mag sich selbst ein Bild machen und beurteilen, ob es nun die tschechischen Steuern oder die deutschen Steuern sind, die eher für ergraute Haare sorgen.

 

Fakt ist, dass das Thema Steuern auch in Tschechien eins ist, das man nicht ignorieren sollte. Beratende Unternehmen, die Betrieben den Einstieg in die Wirtschaft in Tschechien erleichtern, bieten zum Teil auch kompetente Steuerberatung an. Es scheint einiges für die Idee zu sprechen, solch eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

 

Steuern unterliegen europäischen Standards - werden aber ständig geändert

Seit 1993 basieren Steuern in Tschechien auf Steuergesetzen, die europäischen Standards angenähert wurden. Seither gab es allerdings kontinuierlich Veränderungen: beim Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz beispielsweise mehrere Dutzend Mal, was das Thema Steuern in Tschechien nicht unbedingt einfacher gemacht hat. 2008 gab es in Tschechien allerdings eine Steuerreform, die das Steuersystem des Landes änderte, einige Vereinfachungen brachte und die Konditionen für in Tschechien agierende Unternehmen auch verbesserte.

 

So wurden eine bis zum Jahr 2010 auf 19% sinkende Körperschaftssteuer beschlossen und eine vereinheitlichte Einkommenssteuer, deren Steuersatz ebenfalls sinkt: von einheitlichen 15% im Jahr 2008 auf 12,5% im Jahr 2009. Im Rahmen von Programmen zum Investitionsanreiz wird die Körperschaftssteuer allerdings für ausländische Investoren bisweilen gesenkt. Die reguläre Mehrwertsteuer betrug vor und nach der Reform 19%; allerdings wurde der verminderte Satz von fünf auf neun Prozent angehoben.

 

Mit der Steuerreform wurden sowohl das Unternehmen als auch der Unternehmer, der mithilfe seiner unternehmerischen Tätigkeit Einnahmen erzielt, durch gesenkte Steuern entlastet. Dennoch bleibt das Zeitaufkommen für Steuern im weltweiten Vergleich recht hoch: Das Unternehmen PricewaterhouseCooper verzeichnete für Unternehmen in Tschechien einen Zeitaufwand bei steuerlichen Aufgaben von 930 Stunden pro Jahr. Tschechien gehört damit zu den Ländern, in denen Aufgaben rund um Steuern die meiste Zeit verschlangen.

 

Straßensteuer für tschechische Fahrzeuge

Die so genannte Straßensteuer ist für Unternehmen mit eigenem Fuhrpark relevant. Sie betrifft Fahrzeuge mit tschechischem Kennzeichen, die in Tschechien als Firmenfahrzeuge genutzt werden. Die Immobiliensteuer teilt sich in eine Bodensteuer und eine Gebäudesteuer, die anhand der Grundfläche des Gebäudes bestimmt wird. Auch eine Grunderwerbssteuer existiert und kann beim Verkauf eines Grundstücks anfallen. Wichtig für Unternehmen: Werden Mitarbeiter eines Unternehmens innerhalb von zwölf Kalendermonaten über einen bestimmten Zeitraum hinaus nach Tschechien entsendet, so entsteht nach tschechischem Steuerrecht automatisch eine ständige Zweigstelle des Unternehmens.

 

Es existiert ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien, das eine doppelte Besteuerung verhindert.

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